GESCHICHTE VON TRIACASTELA

 

    Der Wallfahrtsweg nach Santiago erhielt seinen endgültigen Verlauf in der Zeit von 1076 bis 1095, also in der Regierungszeit des Königs Alfons VI. von Kastilien. Die Blütezeit der Wallfahrt nach Triacastela war während der Regierung Alfons´ IX. Wäre er nicht so früh gestorben, dann wäre Triacastela heute wahrscheinlich eine Stadt.

    An diese Zeit erinnern heute noch folgende Stätten in Triacastela:


- das Haus des Wallfahrers: es ist durch den steinernen Bogen zu erkennen.
- das Wallfahrer-Gefangnis: das gab es, weil man früher die Wallfahrt unternahm, um für Schuld zu sühnen.
- das Krankenhaus für die Wallfahrer, mit Kapelle und Friedhof.
- die Schmiede: die Wallfahrt wurde oft zu Pferd unternommen.
- das Wallfahrer-Denkmal: es stammt aus der neuesten Zeit (1950) und befindet sich am Ende des Ortes.
- der Kreuzbogen.
 

Das Haus des Wallfahrers, das Gefängnis, das Krankenhaus und die Schmiede stammen aus der Zeit von etwa 1500 bis 1600. Sie sind heute in Privatbesitz und können nur von auBen besichtigt werden.

Die Kirche ist spätromanisch (12. bis 13. Jahrhundert). Das Retabel weist barocke Züge auf (16. bis 17. Jahrhundert), aber auch neuklassizistische.
 

Der Turm wurde später erbaut. Bei ihm finden wir zwei Hinweise auf Triacastela, was ´Ort mit drei Schlössern´ bedeutet:

1. Ee weist drei Bauabschnitte auf.
2. Im zweiten Bauabschnitte findet sich eine Darstellung von drei Schlössern, die es hier nicht gegeben hat; das ist eine falsche Deutung der damaligen Zeit.
 

DieBezeichnung ´Triacastela' geth auf die drei Lagerstätten Keltischen Ursprungs zurück, die sich hier befinden und aus der Bronzezeit stammen.
 

Die Kirche wurde 1998 von der Junta vollständig erneuert: der Innenraum, das Dach usw. Die Gesamtausgaben beliefen sich auf 30 Millionen Pts. Die neuen Glocken und das steinerne Standbild de hl. Jakobus, das sich auf dem Turm befindet, hat Kulturrat Pérez Varela gestiftet. Wieviel das alles gekostet hat, ist nicht bekannt.

    Auffallend ist, daB am Eingang der Kirche Tote bestattet worden sind. Vor hunder Jahren wurden Tote in den Kirchen bestattet, die Geistlichen im Presbyterium und die Gläubigen im Kirchenschiff. Wenn kein Platz mehr war, benützte man das Gelände auBerhalb der Kirche, soweit es der Kirche gehörte.

 

 

DER CAMINO NACH SANTIAGO

SEINE MENSCHLICHE UND SPIRITUELLE DIMENSION

 

    Ein Weg bedeutet eine Strecke, die wir zurücklegen, um an ein Ziel zu gelangen. Was bedeutet der Weg nach Santiago? Etwas im Bereich des geistlichen Lebens oder der Kultur? oder Tourismus? Wanderlust oder Freizeitbeschäftigung? Spor? Der Camino entstand aus dem Glauben unserer Vorfahren.

    Die Leute, die sich über das Wesen des Camino den Kopf zerbrechen, können kein richtiges. Urteil über den Weg nach Santiago fällen. Dieser Weg ist nich dazu da, um sich den Kopf zu zerbrechen, er muB erlebt werden.

    Bedeutet er Kultur? GewiB drückt sich deutlich der Glaube in den Kunstwerken aus, die es auf diesem Weg gibt. Sie finden auf diesem Weg ihre Vollendung; der Weg ist Ausdruck des Glaubens.

    Was Wanderlust und Verlangen nach Sehenswürdigkeiten betrifft, so kann man nicht leugnen, daB so mancher Wanderer auf diesem Weg am Anfang sich nicht recht bewuBt ist, was er da tut; aber aber am Ende kommt er zur Erkenntnis seiner selbst und zur Erkenntnis Jesu. Wanderlust ist nicht an sich mit dem Weg nach Santiago verbunden. Das Wandern auf dem Camino darf nicht von vornherein als ein Suchen von Sehenswürdigkeiten betrachtet werden.

    Freizeitbeschäftigung und Urlaub? Das kann sich ergeben, aber das ist nicht der Sinn dieses Wanderns. Für uns Menschen gibt es keinen Urlaub im geistlichen Leben. Hier müssen wir stets unentwegt auf der Suche sein.

    Der Weg nach Santiago bedeutet:

    Gemeinschaft aller Völker, die völkische Überheblichkeit ausschlieBt. Wir fühlen uns hier alle als eine groBe Gemeinschaft und jeder einzelne fühlt sich als Glied dieser wandernden Gemeinschaft.

    Geschwisterlichkeit, Zusammenleben...

    Der Camino ist:

    Habt keine Angst vor dem Leben! Vorwärts! Christus erwartet Euch mit offenen Armen. Er will uns alle haben, um diese Welt zu verändern, wobei wir freilich bei uns selber anfangen müssen. Es ist nie zu spät!

 

(das ist die Postanschrift; können Sie uns eine Postkarte schreiben, wenn sie wieder zu Hause sind?)

 

PARROQUIA DE SANTIAGO DE TRIACASTELA

DIÓCESIS DE LUGO

AUGUSTO LOSADA LÓPEZ

Pfarrer von Triacastela. Lugo - Spanien

Mail: augustotriacastela@wanadoo.es